Die Berufe im Bestattungswesen: Rollen, Ausbildungen und Gehälter in der Schweiz

BlogKultur und Aktuelles1. Januar 2026
Die Berufe im Bestattungswesen: Rollen, Ausbildungen und Gehälter in der Schweiz

Einleitung

Der Schweizer Bestattungssektor beschäftigt mehrere tausend Fachkräfte mit unterschiedlichen Kompetenzen. Weit entfernt von Klischees verbinden diese Berufe menschliche Begleitung, technisches Fachwissen und administrative Verwaltung. Sie erfordern Empathie, Sorgfalt und Diskretion und bieten gleichzeitig stabile und sinnstiftende Karriereperspektiven.

Ob Sie einen beruflichen Neuanfang erwägen oder als Student auf der Suche nach Orientierung sind, das Bestattungswesen bietet vielfältige Laufbahnen. Vom Bestattungsberater, der Familien begleitet, bis zum Thanatopraktiker, der sich um den Verstorbenen kümmert, trägt jede Rolle dazu bei, das Andenken zu ehren und die Angehörigen in einem schwierigen Moment zu unterstützen.

Dieser Leitfaden beschreibt die wichtigsten Berufe im Bestattungswesen, ihre konkreten Aufgaben, die erforderlichen Ausbildungen und die in der Schweiz üblichen Gehälter. Sie erfahren auch, welche wesentlichen Eigenschaften für den Erfolg in diesem Sektor erforderlich sind, der sich im Wandel befindet und durch die Digitalisierung und die Entwicklung der Praktiken geprägt ist. Ob Sie diese Berufe verstehen oder sich dafür engagieren möchten, hier finden Sie die notwendigen Informationen für eine fundierte Entscheidung.

📌 Zusammenfassung (TL;DR)

Der Schweizer Bestattungssektor bietet vielfältige Karrieren: Bestattungsberater, Zeremonienmeister, Thanatopraktiker, Bestattungsdienstmitarbeiter oder Direktor eines Bestattungsunternehmens. Jeder Beruf erfordert spezifische Ausbildungen und solide menschliche Kompetenzen. Die Gehälter variieren je nach Erfahrung und Verantwortung, mit interessanten Entwicklungsperspektiven in einem stabilen und sich wandelnden Sektor.

Warum eine Karriere im Bestattungswesen wählen?

Das Bestattungswesen bietet solide und sinnstiftende berufliche Perspektiven. In der Schweiz garantiert die demografische Alterung eine konstante Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften. Gemäss den Zahlen des Bestattungssektors werden jährlich über 70'000 Todesfälle im Land registriert.

Im Bestattungswesen zu arbeiten bedeutet, einen nützlichen und zutiefst menschlichen Beruf auszuüben. Sie begleiten Familien in einem schwierigen Moment, indem Sie ihnen Unterstützung, Zuhören und konkrete Lösungen bieten. Die Vielfalt der Berufe ermöglicht es jedem, seinen Platz zu finden: Beratung, Technik, Verwaltung oder Zeremonie.

Die Beschäftigungsstabilität ist ein wichtiger Vorteil. Bestattungsunternehmen suchen regelmässig nach ausgebildetem Personal. Die Gehälter sind angemessen und die Entwicklungsmöglichkeiten für motivierte Fachkräfte real.

Die Beratungs- und Begleitberufe

Diese Bestattungsberufe stellen die menschliche Beziehung in den Mittelpunkt der Tätigkeit. Die Fachkräfte für Beratung und Begleitung sind die ersten Ansprechpartner für trauernde Familien. Ihre Rolle ist entscheidend, um ein Vertrauensklima zu schaffen und die Angehörigen bei ihren Entscheidungen zu leiten.

Empathie, aktives Zuhören und die Fähigkeit, mit Emotionen umzugehen, sind unverzichtbar. Diese Berufe erfordern auch eine ausgezeichnete Kenntnis der von Bestattungsunternehmen angebotenen Dienstleistungen und eine einwandfreie administrative Sorgfalt.

Die Ausbildungen legen den Schwerpunkt auf den Erwerb von Beziehungs- und Organisationskompetenzen. Die Berufsaussichten sind zahlreich, sowohl in kleinen Familienunternehmen als auch in grossen Bestattungsunternehmen.

Bestattungsberater

Der Bestattungsberater ist die Säule der Begleitung von Familien. Er empfängt die Angehörigen, hört ihnen zu und leitet sie bei der Organisation der Bestattung. Er erstellt Kostenvoranschläge, koordiniert die verschiedenen Dienstleistungen und übernimmt die administrative Betreuung des Dossiers.

In der Schweiz ist die Referenzausbildung das EFZ als Bestattungsfachmann/-frau, ergänzt durch spezifische Weiterbildungen. Der Berater muss die rechtlichen, administrativen und logistischen Aspekte von Bestattungen beherrschen.

Das durchschnittliche Gehalt liegt zwischen 55'000 und 75'000 CHF pro Jahr, je nach Erfahrung und Region. Die wesentlichen Eigenschaften: Empathie, Organisationssinn, Sorgfalt und ausgezeichnete Kommunikation. Diskretion und die Fähigkeit, mit Stress umzugehen, sind ebenfalls von grösster Bedeutung.

Zeremonienmeister

Der Zeremonienmeister orchestriert den Ablauf der Bestattung. Er empfängt die Angehörigen, koordiniert die verschiedenen Beteiligten und sorgt für einen reibungslosen Ablauf der Trauerfeier. Er hält oft Reden und leitet die Zeremonie mit Würde und Respekt.

Die Ausbildung wird in der Regel intern von Bestattungsunternehmen oder über spezialisierte Zertifikate angeboten. Einige Zeremonienmeister kommen aus verschiedenen Bereichen: Bildung, Theater, Kulturanimation.

Das Gehalt liegt zwischen 50'000 und 70'000 CHF jährlich. Die Schlüsselkompetenzen: ausgezeichneter mündlicher Ausdruck, Emotionsmanagement, Protokollsinn und Bühnenpräsenz. Die Anpassungsfähigkeit ist entscheidend, da jede Zeremonie einzigartig ist.

Die technischen Berufe und Pflegeberufe

Die technischen Berufe im Bestattungswesen erfordern spezifische Kompetenzen und eine sorgfältige Ausbildung. Diese Fachkräfte sind direkt an der Vorbereitung des Körpers und der Logistik der Bestattung beteiligt. Ihre Arbeit, die der breiten Öffentlichkeit oft verborgen bleibt, ist für die Würde des Verstorbenen unerlässlich.

Diese Funktionen erfordern eine hohe emotionale Belastbarkeit und absolute Einhaltung der sanitären und rechtlichen Protokolle. Präzision, Sorgfalt und Diskretion sind unverzichtbare Eigenschaften für die Ausübung dieser anspruchsvollen Berufe.

Die Berufsausbildung ist für die meisten dieser Positionen obligatorisch. Die Beschäftigungsaussichten sind gut, da diese technischen Kompetenzen von allen Unternehmen des Sektors gesucht werden.

Thanatopraktiker

Der Thanatopraktiker führt die Konservierungs- und Präsentationspflege des Verstorbenen durch. Er praktiziert die Thanatopraxie: Desinfektion, Konservierung und Restaurierung des Körpers. Seine Arbeit ermöglicht es den Familien, sich unter guten Bedingungen zu sammeln.

In der Schweiz ist die Ausübung der Thanatopraxie reglementiert. Das Diplom als Thanatopraktiker wird hauptsächlich in Frankreich erworben und muss dann von den Schweizer Behörden anerkannt werden. Die Ausbildung dauert etwa ein Jahr und umfasst praktische Praktika. Eine medizinische Grundausbildung ist oft erforderlich.

Das Gehalt variiert zwischen 60'000 und 85'000 CHF pro Jahr. Die Anforderungen sind hoch: anatomische Kenntnisse, technische Sorgfalt, psychologische Belastbarkeit und strikte Einhaltung der Hygienevorschriften. Der Beruf erfordert auch Feingefühl und tiefen Respekt vor dem Verstorbenen.

Bestattungsdienstmitarbeiter

Der Bestattungsdienstmitarbeiter übernimmt die wesentlichen logistischen Aufgaben: Transport des Körpers, Einsargung, Vorbereitung des Zeremonienraums und Tragen des Sarges. Er ist auch für die Installation des Materials und die technische Koordination der Bestattung zuständig.

Die Ausbildung erfolgt in der Regel über ein EFZ als Bestattungsfachmann/-frau oder eine interne Schulung. Einige Unternehmen bieten praktische Ausbildungen vor Ort an, die von erfahrenen Fachkräften betreut werden.

Das Gehalt liegt zwischen 45'000 und 60'000 CHF jährlich. Das gesuchte Profil: gute körperliche Verfassung, Diskretion, Einhaltung der Protokolle und Teamfähigkeit. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind in diesem Beruf, in dem jeder Einsatz wichtig ist, ebenfalls entscheidend.

Die Verwaltungs- und Managementberufe

Die Verwaltungs- und Managementfunktionen sind für das reibungslose Funktionieren eines Bestattungsunternehmens unverzichtbar. Diese Fachkräfte sorgen für die Koordination der Teams, die Finanzverwaltung und die Beziehungen zu institutionellen Partnern.

Sie arbeiten im Hintergrund, aber ihre Rolle ist strategisch. Sie garantieren die Servicequalität, die Einhaltung der Vorschriften und die Nachhaltigkeit des Unternehmens. Diese Positionen eignen sich für Profile mit Kompetenzen in Management, Buchhaltung oder Verwaltung.

Die Entwicklungsperspektiven sind interessant, insbesondere für diejenigen, die ihr eigenes Bestattungsunternehmen leiten oder eine bestehende Struktur übernehmen möchten.

Direktor eines Bestattungsunternehmens

Der Direktor eines Bestattungsunternehmens steuert die gesamte Tätigkeit: Teammanagement, Geschäftsentwicklung, Beziehungen zu Gemeinden, Spitälern und Friedhöfen. Er überwacht komplexe Dossiers und sorgt für die Qualität der Dienstleistung für die Familien.

Die Funktion erfordert ein EFZ als Bestattungsfachmann/-frau, ergänzt durch solide praktische Erfahrung, oder eine Ausbildung in Unternehmensführung. Einige Direktoren kommen aus beruflichen Neuorientierungen, nach einer Karriere in anderen Sektoren.

Das Gehalt variiert zwischen 75'000 und 110'000 CHF pro Jahr, je nach Unternehmensgrösse. Die erforderlichen Kompetenzen: Führungsqualitäten, administrative und finanzielle Verwaltung, strategischer Sinn und ausgezeichnete Kenntnis des Schweizer Bestattungssektors.

Administrativer Assistent im Bestattungswesen

Der administrative Assistent verwaltet die Bestattungsdossiers von A bis Z: Formalitäten beim Zivilstandsamt, AHV-Meldungen, Kontakte mit Versicherungen, Rechnungsstellung und Zahlungsüberwachung. Er übernimmt auch den telefonischen Empfang und die administrative Koordination.

Eine kaufmännische oder administrative Ausbildung (EFZ als Kaufmann/-frau zum Beispiel) bildet eine gute Grundlage. Eine ergänzende Ausbildung zu den Besonderheiten des Bestattungssektors wird oft intern angeboten.

Das durchschnittliche Gehalt liegt zwischen 50'000 und 65'000 CHF jährlich. Die unverzichtbaren Eigenschaften: Sorgfalt, Diskretion, Organisationssinn und Beherrschung der Bürowerkzeuge. Die Fähigkeit, mehrere Dossiers gleichzeitig zu verwalten, ist ebenfalls wesentlich.

Ausbildungen und Laufbahnen in der Schweiz

Die Referenzausbildung in der Schweiz ist das EFZ als Bestattungsfachmann/-frau, zugänglich über eine duale Lehre (3 Jahre). Diese Ausbildung deckt alle Aspekte des Berufs ab: Begleitung von Familien, administrative Verwaltung, Logistik und Körperpflege.

Mehrere Institutionen bieten Weiterbildungen und Spezialisierungen an: Zeremonienmanagement, Thanatopraxie, Bestattungsberatung. In der Romandie und der Deutschschweiz arbeiten Berufsschulen mit Unternehmen zusammen, um angepasste Laufbahnen anzubieten.

Berufliche Neuorientierungen sind möglich, insbesondere über Kurzausbildungen oder Praktika in Unternehmen. Für bestimmte spezialisierte Berufe wie Thanatopraktiker ist eine Ausbildung im Ausland (hauptsächlich in Frankreich) erforderlich, gefolgt von einer Anerkennung in der Schweiz.

Die Zulassungsbedingungen variieren je nach Ausbildung: Mindestalter, vorheriges Diplom, körperliche und psychologische Eignung. Die Weiterbildung wird während der gesamten Karriere gefördert.

Wesentliche Eigenschaften und Kompetenzen

Die Bestattungsberufe erfordern besondere Soft Skills. Empathie ist von grösster Bedeutung: den Schmerz der Familien verstehen, ohne sich überwältigen zu lassen. Stressmanagement und emotionale Belastbarkeit ermöglichen es, in einem anspruchsvollen Umfeld langfristig durchzuhalten.

Diskretion ist ein grundlegender Wert des Sektors. Jedes Dossier, jede Familie verdient Respekt und Vertraulichkeit. Die Fähigkeit zum aktiven Zuhören und Geduld sind ebenfalls wesentlich, um die Angehörigen bei ihren Entscheidungen zu begleiten.

Auf der Seite der Hard Skills sind administrative Kenntnisse unverzichtbar: rechtliche Formalitäten, Dokumentenverwaltung, Koordination mit Institutionen. Die Beherrschung der Bestattungsprotokolle und der Hygienevorschriften ist für technische Berufe obligatorisch.

Die Weiterbildung ist entscheidend. Der Sektor entwickelt sich: Digitalisierung, neue ökologische Praktiken, kulturelle und religiöse Vielfalt. Die Fachkräfte müssen sich anpassen und ihre Kompetenzen regelmässig aktualisieren.

Erfahrungsberichte von Fachkräften

Sophie, 34 Jahre, Bestattungsberaterin in Lausanne: "Ich habe diesen Beruf nach einer beruflichen Neuorientierung entdeckt. Was mich motiviert, ist, Familien zu helfen, ihre Angehörigen würdig zu ehren. Jedes Dossier ist einzigartig. Zuhören und Geduld sind meine wichtigsten Werkzeuge. Es ist emotional anspruchsvoll, aber zutiefst erfüllend."

Marc, 42 Jahre, Thanatopraktiker in Genf: "Ich habe meine Ausbildung in Frankreich absolviert, bevor ich mich in der Schweiz niedergelassen habe. Meine Arbeit ermöglicht es den Familien, sich in Ruhe zu sammeln. Technische Sorgfalt ist wesentlich, aber der Respekt vor dem Verstorbenen leitet jede meiner Handlungen. Es ist ein unbekannter, aber unverzichtbarer Beruf."

Nathalie, 38 Jahre, Zeremonienmeisterin in Freiburg: "Ich leite seit acht Jahren Zeremonien. Jede Trauerfeier ist anders. Meine Rolle ist es, einen würdigen und beruhigenden Moment für die Angehörigen zu schaffen. Die Vorbereitung ist sorgfältig, aber die Familien nach der Zeremonie beruhigt zu sehen, gibt meiner Arbeit ihren vollen Sinn."

Eine Stelle im Bestattungswesen in der Schweiz finden

Um eine Stelle im Bestattungssektor zu suchen, nutzen Sie mehrere Kanäle. Die allgemeinen Stellenportale (jobs.ch, indeed.ch) veröffentlichen regelmässig Angebote. Initiativbewerbungen bei Bestattungsunternehmen sind ebenfalls wirksam, insbesondere in kleinen Strukturen.

Das Wolky-Verzeichnis der Bestattungsunternehmen ermöglicht es Ihnen, Unternehmen nach Region zu identifizieren und direkt zu kontaktieren. Das berufliche Netzwerk spielt eine wichtige Rolle: Praktika, Empfehlungen und Teilnahme an Branchenveranstaltungen erleichtern den Einstieg.

Die Entwicklungsperspektiven sind real. Mit Erfahrung kann ein Bestattungsberater Agenturleiter oder Direktor werden. Bestattungsdienstmitarbeiter können sich auf Thanatopraxie spezialisieren. Die Weiterbildung öffnet viele Türen.

Zögern Sie nicht, sich bei Unternehmen über deren Bedarf und interne Ausbildungsprogramme zu informieren. Der Sektor rekrutiert und schätzt motivierte und engagierte Profile.

Der Schweizer Bestattungssektor bietet vielfältige berufliche Laufbahnen, die auf verschiedenen Ausbildungsniveaus zugänglich sind. Vom Bestattungsberater über den Thanatopraktiker bis zum Direktor eines Bestattungsunternehmens erfordert jeder Beruf spezifische Kompetenzen und eine echte menschliche Berufung. Die Gehälter zwischen 4'000 und 8'000 CHF monatlich je nach Funktion spiegeln die Fachkompetenz und Verantwortung dieser unverzichtbaren Berufe wider.

Diese Berufe entwickeln sich mit der Digitalisierung des Sektors und dem Aufkommen neuer Bedürfnisse. Die Ausbildungen entwickeln sich in der Romandie und der Deutschschweiz, sodass motivierte Kandidaten sich schnell professionalisieren können. Empathie, Sorgfalt und Respekt bilden die grundlegenden Eigenschaften, um Familien in diesen schwierigen Momenten zu begleiten.

Sie sind Fachkraft im Bestattungswesen oder leiten ein Bestattungsunternehmen? Entdecken Sie, wie Sie Ihr Unternehmen auf Wolky eintragen und Ihre Sichtbarkeit bei Schweizer Familien erhöhen können, die vertrauenswürdige Bestattungsdienstleistungen suchen.

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